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23. Juli, 2026 — JES 2026 - Arbeit am Faust-Thema in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
In der Jungen Europäischen Sommerschule 2026 dreht in den Seminaren und bei den Recherchen in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek alles um Goethes Faust. Schon der ersten Woche haben sich die 15 Jugendlichen aus sechs Ländern mit der Frage beschäftigt, ob man eine Krise durch Schreiben überwinden kann. »Hat Goethe Recht gehabt, als er das gemacht hat? Oder müssen wir in der Zukunft andere Wege finden?«, fragten Alice aus Italien, Ella aus Rumänien und Poļina aus Lettland in ihrem Blog-Beitrag. Und weiter: »Wir sind uns allerdings schon einig geworden, dass uns Faust als zeitloser Klassiker Antworten geben kann.« Die Jugendlichen arbeiten in vier Gruppen zu folgenden Themen:
- Faust und die Krise der Ökologie (Gruppe 1: Alice, Zoe, Ella, Virág) - Faust und die Krise des Sinnes (Gruppe 2: Sofija, Sasha, Giacomo) - Goethe und die Krise der Psyche. Von der Heilkraft des Schreibens (Gruppe 3: Ana, Anouk, Sofia, Polina und Gruppe 4: Rike, Zsófia, Zsuzska, Enikö)Am Freitag, den 24. Juli 2026, werden sie ihre Erkenntnisse im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek präsentieren. Wir sind gespannt.
Maria Socolowsky GAAB
21. Juli, 2026 — JES 2026 - Ein Tag mit uns in Weimar - Sofija und Sasha aus Lettland und Anouk aus Frankreich berichten
Hi! Wir sind eine Gruppe von drei Schülerinnen aus verschiedenen Ländern: Wir sind Zwillinge, Sofija und Sasha, aus Lettland und Anouk aus Frankreich. Wir werden euch von einem Tag in der Jungen Europäischen Sommerschule erzählen.
An diesem Montag sind wir früher als sonst aufgestanden, weil wir den ganzen Tag in Weimar verbracht haben. Es war ziemlich schwer aufzustehen, da wir am Sonntag 10 km gewandert sind, und auch, weil wir bis 23:30 Uhr das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft geschaut haben. Und Spanien hat gewonnen!
Nach dem Frühstück ging es mit dem Zug nach Weimar. Dort hatten wir ein Lektüre-Seminar und Zeit für unsere Projekte. Jede Gruppe beschäftigt sich mit einem Thema rund um Faust und Goethe. Sasha und Sofija arbeiten an dem Thema »Faust und die Krise des Sinnes«, ein wirklich spannendes Thema! Dafür interviewen wir unterschiedliche Menschen in der Bibliothek und fragen sie, was für sie der Sinn des Lebens ist. Wir sind in vier verschiedene Gruppen eingeteilt, also ist es schön zu entdecken, was die anderen gemacht haben, und zu teilen, worüber wir nachgedacht haben.
Danach sind wir zur Mensa im Park gelaufen.
Sofija: Die Mensa in Weimar ist top. Heute habe ich Chili gegessen und als Nachtisch einen Zitronenmuffin. Lecker!
Anouk: Ich habe ein Chili sin carne mit Reis und einem Kirschkuchen gegessen. Es war lecker und hat mir Energie gegeben.
Sasha: Genau wie Anouk und Sofija hatte ich Chili sin carne zum Mittagessen. Als Nachtisch habe ich einen Schokoladenmuffin gegessen. Das war echt lecker!Danach sind wir shoppen gegangen, da montags viele Museen geschlossen haben. Also haben wir uns widerwillig Schmuck angesehen, Fotos ausgedruckt usw. Anschließend fuhren wir mit dem Zug zurück nach Oßmannstedt, wo wir Abendessen hatten und auch besprachen, wie die erste Woche für jeden verlaufen war.
Sofija und Sasha aus Lettland und Anouk aus Frankreich
20. Juli, 2026 — JES 2026 - Drachenschlucht, Wartburg und die Irreführung des Tages - notiert von Zsófia aus Ungarn, Rike und Zoe aus Deutschland und Giacomo aus Italien
Hey, wir sind Zsófia aus Ungarn, Rike und Zoe aus Deutschland und Giacomo aus Italien. Wir möchten Euch von unserem interessanten Sonntagsausflug während der Jungen Europäischen Sommerschule berichten. Dieser Sonntag begann für uns um 7:20 Uhr. Zu dieser Uhrzeit gibt es normalerweise zwei Arten von Menschen: Die einen, die noch schlafen, und die anderen, die sich fragen, was sie hier machen. Wir gehörten eindeutig zur zweiten Gruppe.
Mit dem Zug ging es nach Eisenach, wo unser Abenteuer in der Drachenschlucht begann. Schon nach den ersten Metern sah alles aus, wie aus einem Fantasyfilm: Moosbedeckte Felsen und umgestürzte Bäume, auf denen wir auch geklettert sind. Wir gingen weiter durch enge Felsspalten und Grün. So viel Grün haben wir noch nie gesehen. Je weiter wir liefen, desto enger wurde die Schlucht … auch wenn ein Drache nirgends zu sehen war. Jedoch trafen wir einige freundliche Wanderer, mit denen wir ins Gespräch kamen. Wahrscheinlich waren sie genauso überrascht wie wir, dass plötzlich eine internationale Gruppe mitten im Wald unterwegs war – und etwas überfordert, als plötzlich 15 Jugendliche ihre Hunde streicheln wollten. International trifft auf unsere Gruppe ziemlich gut zu: die Teilnehmenden der JES kommen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Ungarn, Rumänien und Lettland. Während einer Pause übten wir diese Vielfältigkeit aus und übersetzten Goethes »Wandrers Nachtlied« in unsere Muttersprachen und lasen uns das Gedicht gegenseitig vor. Und plötzlich erklangen Goethes Worte in vielen verschiedenen Sprachen; wahrscheinlich hätte auch Goethe das gefeiert.
Nach dem Besuch der Drachenschlucht begann der sportliche Teil des Tages. Unser Dozent Herr Kahl meinte ganz entspannt: »Jetzt kommt nur noch eine Steigung.« Rückblickend können wir sagen: Das war die größte Irreführung des Tages. Hinter dieser »einen« Steigung warteten noch gefühlt 100 weitere. Irgendwann hörten wir einfach auf zu fragen, ob es jetzt endlich die letzte gewesen sei. Doch bald schon erreichten wir den Rennsteig und liefen weiter Richtung Wartburg. Der Weg dorthin entschädigte uns für die vielen Höhenmeter. Immer wieder hatten wir fantastische Ausblicke über den Thüringer Wald, perfekte Fotospots. Nach so vielen Kilometern hatten wir uns das Essen in einer Gaststätte mehr als verdient. Viele bestellten Wiener Schnitzel oder Kartoffelpuffer. Natürlich erklärte Giacomo sofort, dass die italienische Küche trotzdem die beste der Welt sei (wer es glaubt, Rike und Zoe sind von ihrer Deutschen Küche überzeugt). Darüber wurde natürlich ausgiebig diskutiert. Der Streit zwischen den kulinarischen Küchen wird aber wahrscheinlich immer bestehen bleiben.
Nach einiger Zeit und – wer hätte es gedacht – noch mehr Steigungen hatten wir auch schon die Wartburg erreicht. Die Wartburg selbst war beeindruckend und ist definitiv einen Besuch wert. Viel Zeit zum Ausruhen blieb allerdings nicht, denn irgendwann mussten wir zur Bushaltestelle zurück. Und falls jemand denkt, bergab sei einfacher als bergauf, dann ist diese Person definitiv noch nie nach einer langen Wanderung bergab gestiegen. Unsere Knie verabschiedeten sich langsam in den Feierabend, während wir eher kontrolliert den Berg hinunterrutschten. Zeitweise sah das aus wie Michael Jacksons Moonwalk, allerdings ohne Musik und mit deutlich mehr Lachen als Gesang.
Am Ende waren wir müde, unsere Beine kaputt und unsere Schrittzähler vermutlich kurz vor einem Burnout. Trotzdem war es ein richtig gelungener Tag. Wir haben wunderschöne Natur gesehen, eine der bekanntesten Burgen Deutschlands besucht, Goethes Gedicht in acht verschiedene Sprachen übersetzt und einmal mehr gemerkt, dass eine internationale Gruppe vor allem eines bedeutet: Viele Perspektiven, viele Sprachen und noch mehr Dinge, über die man gemeinsam lachen kann.
P. S. Acht Sprachen waren es, weil Polina aus Lettland das Gedicht ins Russische und Giacomo aus Italien das Gedicht ins Spanische übersetzt haben.
Rike und Zoe aus Deutschland und Giacomo aus Italien Zsófia aus Ungarn
19. Juli, 2026 — JES 2026 - Das Treffen zwischen Generationen - Impressionen von Sofia und Ana aus Rumänien und Zsuzska aus Ungarn
Wir, Zsuzska, Sofia und Ana, nehmen in diesem Jahr an der Jungen Europäischen Sommerschule in Weimar teil.
Ich, Zsuzska, komme aus Ungarn. Ich bin 16 Jahre alt und ich habe eine Schwester. Ich spiele Basketball, aber ich mag alle Sportarten. Ich möchte mein Deutsch verbessern und neue Freunde finden. Ich, Ana, komme aus Rumänien und bin 17 Jahre alt. Ich zeichne und lese in meiner Freizeit und kam zur Sommerschule, um neue Erfahrungen zu sammeln. Ich, Sofia, komme aus Bukarest in Rumänien und studiere am Goethe Kolleg in der 12. Klasse. Ich bin mit vielen Hoffnungen angereist, da meine Schwester vor drei Jahren an der Sommerschule teilgenommen hat. Ich war vom ersten Moment an beeindruckt, als ich einen Spaziergang durch den wunderschönen Garten am Wielandgut in Oßmannstedt gemacht habe. Ich dachte über die berühmten Persönlichkeiten der Vergangenheit nach, die ihre Spuren hinterlassen haben, und konnte fast ihre Anwesenheit fühlen.Alles, was wir in Weimar bis jetzt erlebt haben, ist ein Rückblick in vergangene Zeiten … Und wir können merken, wie die Kunst uns alle verbindet. Im Laufe der vergangenen Tage sind wir durch Weimar gegangen und haben vieles gesehen und besichtigt. Eines dieser Gebäude war das Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, die bekannt ist für die größte ,,Faust«-Sammlung der Welt in vielen Sprachen sowie viele andere alte Werke. Man könnte sogar meinen, dass man jedes Buch atmen fühlen kann. Die Bibliothek hat außerdem viele Fenster. Dadurch fällt natürliches Licht in den Raum, das sie strahlend aussehen lässt.
Dieser Ort ist ein sehr wichtiger für alle Jugendlichen und ihre Zukunft, als Hilfe für das Formen ihres intellektuellen und seelischen Lebens. Die Bibliothek verbindet Gegenwart und Vergangenheit miteinander. Ein Ort, der alle Generationen durch die Kunst des Schreibens und Lesens zusammenbringt, eine geheimnisvolle Kommunikation. Ein Ort, den man unbedingt einmal im Leben besichtigen muss.
Sofia und Ana aus Rumänien Zsuzska aus Ungarn
16. Juli, 2026 — GAAB erhält Preis Kulturförderverein des Monats Juni 2026
»Der Preisträger für den Thüringer Kulturförderverein des Monats steht fest. Die dreizehnköpfige Jury einigte sich für den Monat Juni 2026 mit großer Mehrheit auf die »Gesellschaft der Anna Amalia Bibliothek e. V.« heißt es in der Pressemeldung des Kulturfördervereine Landesnetzwerks Thüringen, das den Preis vergibt. In der Jurysitzung am 20. Mai 2026 waren die bis zum Stichtag eingegangenen Bewerbungen unter den Kriterien des Jahresmottos »Publikumsgewinner« diskutiert und bewertet worden.
Die Jury begründete ihre Entscheidung mit den Worten: »Der 2003 gegründete Förderverein musste sich gut ein Jahr nach seiner Gründung einer Mammut-Aufgabe stellen. Nicht zuletzt dank des Engagements des Fördervereins konnten nach dem Brand wertvolle Bücher wiederbeschafft bzw. restauriert werden. Der 340 Mitglieder zählende Verein legt mittlerweile ein Hauptaugenmerk auf Publikumsgewinnung und Betreuung von Veranstaltungen. Dieses enorme Engagement überzeugte die Jury in besonderer Weise. Mehr über den Förderverein erfahren Sie unter: https://gaab-weimar.de/«
Die Preisverleihung fand am 15. Juli im Bücherkubus des Studienzentrums der Herzogin Anna Amalia Bibliothek statt. Claudia Luckhardt und Gregor Seiffert vom Kulturfördervereine Landesnetzwerk Thüringen überreichten der GAAB-Vorsitzenden Dr. Annette Seemann eine Urkunde und 500 Euro für den Verein. Außerdem hat die GAAB die Chance, zum Verein des Jahres 2026 gekürt zu werden. Zur Preisverleihung gekommen waren auch weitere Vorstands- und Vereinsmitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Direktor der Bibliothek Dr. Reinhardt Laube sowie der Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs Dr. Christian Hain.
Erste überregionale Glückwünsche für die GAAB kamen von der ehemaligen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Dr. Christina Weiss, die seit Jahren ehrenamtlich im Kuratorium der GAAB mitwirkt. Sie schrieb an die Vereinsvorsitzende: »Liebe Annette Seemann, … jetzt also ist es offiziell und ich sende von Herzen Glückwünsche zum Preis!! Es ist eine schöne Werbung vielleicht für ein paar neue Mitglieder…. Ich freue mich aufs Wiedersehen im September! Liebe Grüße von Christina Weiss«
Maria Socolowsky GAAB





