Teil der Globensammlung der »Herzogin Anna-Amalia Bibliothek«

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  • 16. Februar, 2022 — "Blühender Garten" im Bücherkubus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

    Blühender Garten im Bücherkubus erinnert an Großherzogin Maria Pawlowna

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    Tulpen, Hyazinthen, Narzissen und andere Frühlingsboten schmücken derzeit den Bücherkubus der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Der Blumentisch »Jardin portatif« gehörte einst der Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna (1786-1859). Er kam vermutlich 1820 in ihren Besitz.

    Die russische Zarentochter und Enkelin der Zarin Katharina die Große, heiratete 1804 in St. Petersburg Erbprinz Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach. Damit verbündete sich das kleine, relativ unbedeutende und verarmte Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach mit der Zarendynastie. Die war zu dieser Zeit eine der mächtigsten und reichsten Familien in Europa. Die russische Zarentochter brachte eine millionenschwere Mitgift mit nach Weimar – Juwelen, Gold, Edelsteine, Möbel, Porzellan und sehr viel Geld.

    Maria Pawlowna bewirkte, dass die Musiker Franz Liszt und Jakob Nepomuk Hummel an den Weimarer Hof kamen und Weimars »Silbernes Zeitalter« begann. Die Gründung der Sparkasse 1821 in Weimar geht ebenso auf ihre Initiative zurück wie die Gründung der »Großherzoglichen Landesbaumschule Marienhöhe« bei Weimar 1834.

    Maria Pawlowna galt als große Blumenfreundin. Seit ihrer Ankunft am Weimarer Hof im Jahre 1804 legte sie viel Wert auf floralen Schmuck in ihren Schlossräumen. Immer zu ihrem Geburtstag am 16. Februar wurde der Blumentisch mit »schön duftenden Hyacinthen, Jonquillen, Tulpen, Tazetten, Narzissen…« bepflanzt und im Stadtschloss aufgestellt. In den 1840er Jahren lieferte der Belvederer Hofgärtner Eduard Sckell zeitweise wöchentlich sechs bis zehn Hyazinthen, Tazetten und Primeln an das Weimarer Stadtschloss.

    Heute entsteht der »Stubengarten« in der Gärtnerei der Klassik Stiftung am Schloss Belvedere. Dort werden die teilweise rund 20 verschiedenen Frühjahrsblüher vorgezogen und in Szene gesetzt. Ein besonderer »Hingucker« sind in diesem Jahr die Wildalpenveilchen. Zugänglich ist der »Jardin portatif« zu den Öffnungszeiten des Studienzentrums der Herzogin Anna Amalia Bibliothek am Platz der Demokratie 4 vom 16. bis 26. Februar 2022 | 9 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

    Maria Socolowsky GAAB