Teil der Globensammlung der »Herzogin Anna-Amalia Bibliothek«

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  • 25. November, 2016 — Bericht von der Exkursion nach Nürnberg

    Gruppenbild Exkursion Nürnberg November 2016

    Nürnberg, eins der historisch wichtigsten Buch- und Druckzentren Deutschlands, war das Ziel der diesjährigen Tagesfahrt der GAAB. Uwe und Ilona Jentzsch, GAAB-Mitglieder aus der Nähe von Nürnberg, hatten den Exkursionstag in allen Details für uns geplant, wofür wir ihnen sehr herzlich danken! Das schöne Gruppenbild verdanken wir unserem Mitglied Volker von Loewenich.

    Zum Auftakt haben wir das Albrecht-Dürer-Haus in der Altstadt besucht. Nach einem Mittagessen in einem traditionell fränkischen Restaurant besichtigten wir die Historisch-Wissenschaftliche Stadtbibliothek. Die Leiterin Dr. Christine Sauer zeigte uns zunächst das gesamte Gebäudeensemble der Bibliothek, die zu den ältesten kommunalen Bibliotheken im deutschen Sprachraum zählt. Die Historisch-Wissenschaftliche Stadtbibliothek ist aus der einstigen Ratsbibliothek hervorgegangen, die in Nürnberg nachweisbar seit 1370 existierte. Ab 1525 wurden auch die Klosterbibliotheken aus dem Stadtgebiet in den Bestand aufgenommen. Dieser Altbestand enthält 700 000 Medieneinheiten. Davon sind 3000 Handschriften und 77.000 Drucke. Auch in Nürnberg sammelt man übrigens wie in Weimar Stammbücher – Freundschaftsbücher, die es seit mehr als 450 Jahren gibt. Auch solche wurden uns gezeigt. Besonders beeindruckend war aber eins der insgesamt fünf Hausbücher der Nürnberger Zwölfbrüderstiftungen. Diese soziale Einrichtung der Stadt existierte zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert. Hier lebten alte Handwerker, die sich nicht mehr selbst ernähren konnten. In den Hausbüchern wurden sie vorgestellt und in ihrer einstigen Berufskleidung gezeichnet.
    Schlusspunkt unserer Exkursion war ein thematischer Stadtrundgang durch Nürnbergs Altstadt. Erneut standen das Buch, der Buchdruck, Verleger und Autoren, die in Nürnberg ansässig waren, im Fokus – zum Beispiel die aus Frankfurt/Main stammende Tochter des Kupferstechers Matthäus Merian Maria Sibylla Merian. Sie lebte ab 1670 elf Jahre lang in Nürnberg und entwickelte sich dort zur Naturforscherin und Künstlerin.

    Die Exkursion der GAAB 2017 führt uns voraussichtlich erneut in die Buchstadt Leipzig, dann in die Universitätsbibliothek und das Grassi-Museum.

    Dr. Annette Seemann | Vorsitzende der GAAB