Teil der Globensammlung der »Herzogin Anna-Amalia Bibliothek«

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  • 24. November, 2021 — Warum in die Ferne schweifen - Tagesausflug der GAAB nach Jena

    Ausflugsziel Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena ThULB

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    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Unser Tagesausflug 2021 führte uns an die Thüringer Landes- und Universitätsbibliothek in Jena. 21 Mitglieder der GAAB trafen sich im imposanten Foyer des inzwischen auch schon 20 Jahre alten Neubaus am Bibliotheksplatz. Der Leiter der Bibliothek Michael Lörzer hieß uns im Besprechungsraum mit Kaffee und Kuchen und herzlichen Worten willkommen. Er spannte einen Bogen von der Historie der Sammlung der ThULB bis zu ehrgeizigen digitalen Projekten, vom Service für Studierende bis zu landesbibliothekarischen Aufgaben. Anschließend machte uns Dr. Andreas Christoph in einem kurzweiligen Vortrag mit dem elektronischen Sammlungs-Portal Kulthura vertraut. Er demonstrierte virtuelle Darstellungen der Unigebäude und erklärte uns, wie schwierig die Digitalisierung musealer Objekte wie etwa der Weimarer Globen ist. Analog ging des weiter. Der Leiter der Handschriftenabteilung Dr. Joachim Ott zeigte uns die wertvolle noch aus Wittenberg stammende Sammlung Electoralis, die im 16. Jahrhundert den Grundstock der Jenaer Universitätsbibliothek bildete, und Handschriften und alte Drucke passend zum Jahresthema der Klassik Stiftung Weimar »Neue Natur« – z. B. die farbenprächtigen Schmetterlingsbilder von August Ferdinand Günther aus der Zeit vor 1845 und Kuriositäten-Darstellungen wie Kopffüßler und Kopfärmler aus einem Buch von Allessandro de Vecchi aus dem 17. Jahrhundert. Dr. Ott freute sich über die fachkundigen Fragen. Er genoss den Austausch und die Anregungen unsererseits. In der Restaurierungs-Abteilung zeigte uns deren Leiter Frank Schieferdecker Bücher, deren Granateneinschüsse beredte Zeugnisse der Bombardierung der Stadt sind. Nach dem Mittagessen ging es bei strahlendem Herbstwetter in den nahegelegenen Botanischen Garten. In zwei Kleingruppen geteilt besuchten wir die Räume mit dem Haußknechtschen Herbarium und den Botanischen Garten. Desiree Jakubka arbeitet im Projekt PhenObs, in dem Botanische Gärten weltweit Pflanzenreaktionen auf den Klimawandel dokumentieren. Anschaulich und begeistert berichtete sie über dieses Projekt und über die Geschichte des Universitäts-Gartens. Sie stellte Klimagewinner und Klimaverlierer aus der Pflanzenwelt vor. Großartig war auch der Besuch in den Räumen des Haußknechtschen Herbariums. Hier lagern rund 3,5 Millionen getrocknete Pflanzenteile. Die Sammlungskoordinatorin Kristin Viktor machte uns mit der Sammlungsgeschichte des Herbariums bekannt und ließ uns Beispiele aus Haußknechts eigener Sammlung sowie aus dem späteren 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart bewundern. Das Gute lag diesmal wirklich sehr nahe.

    Katharina Hofmann